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Fadhili ist ein junger Mann geworden (29.07.2010)

Bei meinem letzten Besuch in Tanzania hatte ich oft die Gelegenheit, Fadhili zu treffen und viel Zeit mit ihm zu verbringen. Seit seinem Aufenthalt hier in Deutschland (s. auch Berichte im Download) hat sich Fadhili zu einem jungen Mann entwickelt. Aufgeschlossen und fröhlich, voller Wärme und immer noch deutlich spürbarer Dankbarkeit treffe ich einen sehr ehrgeizigen Fadhili, der momentan bestrebt ist, sein Examen mit einem guten Abschluß zu absolvieren.

Er besucht die Abschlussklasse einer Secondary-School auf Zanzibar und lernt fleißig jeden Tag von Montag bis Sonntag. Doch eine Freiheit nimmt er sich trotz des großen Lernpensums heraus: das sonntägliche Fußballtraining, an dem er nun endlich Dank seiner erfolgreich operierten Beine regelmäßig teilnehmen kann.

„Wie geht´s?“ , „Alles klar?“ ....., seine Deutschkenntnisse hat Fadhili nicht verlernt. Voller Freude und immer mit einem Lächeln im Gesicht erinnert er sich an die Zeit hier in Deutschland, seine Operationen und die vielen Freunde, die er hier kennen lernen durfte. Er fragt mich nach den Menschen, die ihn begleitet haben und niemals werden Fadhili und seine Mama Wahida die Hilfsbereitschaft vergessen, die sie hier in Deutschland erfahren durften. Auch ich nicht!

Wahida und Beate auf Zanzibar im April 2010
 
Bei der Betrachtung von Fadhilis jetzt muskulösen, geraden Beinen, lacht mein Herz und wenn ich an die erste Begegnung mit ihm denke und mir Bilder seiner damals so deformierten Beine ins Gedächtnis schiessen, weiß ich, es war jede Mühe, jeden Cent wert, ihn hier in Deutschland operieren zu lassen. Wir lachen viel, unterhalten uns über Rummelsberg, die Chirurgin Frau Dr. Schraml (sie operierte Fadhili ) und alle, die Fadhili mit so viel Liebe begleitet haben. Ich übergebe Fadhili einen Brief von Frau Luise Bald aus Schwarzenbruck bei Nürnberg, den ich ihm mitgebracht habe. „Danke schön!“ tönt es aus seinem strahlenden Mund und er erinnert sich gleich wieder an die unsagbare Gastfreundschaft, die ihm und seiner Mama damals durch Luise zuteil wurde.

Nur manchmal wird er ein bisschen nachdenklich und auf Nachfrage sagt er dann: „Ich habe einen Traum. Es soll Friede herrschen auf dieser Welt. Und ich möchte einen Beruf erlernen, mit dem ich die Welt ein bisschen verändern kann.“ Und ich denke im Stillen: jemandem mit einer so starken Persönlichkeit wie Fadhili sie zeigt, wird auch das noch gelingen!

Fadhilis Freundschaft ist ein großes Geschenk und ich hoffe, dass wir ihn bald mal wieder in Deutschland begrüßen dürfen.
 
 
Herzlichst
Beate Rashid
 
Brief von Fadhili 04/2010